Managementbericht 2010
Prolog
Die Bildergalerie des Deckblattes symbolisiert unsere ganze Aufgabenbreite zum Schutz des Verbrauchers vor gesundheitlichen Schäden, Täuschung und Irreführung sowie dem Tiergesundheitsschutz und der Aufklärung von Todesursachen:
– Eine Nähragarplatte mit Listerien: Listeria monocytogenes, ein fakultativer Krankheitserreger, kommt immer wieder in Lebensmitteln vor und führt im Extremfall auch zu Todesfällen. Die Aufklärung von lebensmittelbedingten Erkrankungen und der epidemiologischen Kette gelingt immer häufiger, je schneller die Erkrankung den zuständigen Behörden bekannt wird, je besser die gegenseitige Information ist und je rascher die richtigen Proben beim CVUA Stuttgart sind.
– Ein Elefantenauge: Vilja, die älteste Elefantendame aus dem zoologischen Garten „Wilhelma“ starb an einem Samstag und die Todesursache sollte durch unser Pathologie-Team festgestellt werden. Erfreulicherweise keine Vergiftung, keine unerkannte Krankheit, die vielleicht für die anderen Elefanten Auswirkungen gehabt hätte, nein, Vilja starb an Alterschwäche mit über 60 Jahren.
– Das Auge des IRMS: die Isotopenverhältnis-Massenspektrometrie ist eine neue Untersuchungsmethode, mit der überprüft wird, ob die Angaben zur Herkunft und Echtheit stimmen. Zunehmend ist es für den Verbraucher von Bedeutung, wo ein Lebensmittel erzeugt wird. Auch werden Lebensmittel europaweit registriert, wenn sie bestimmte hervorhebende Merkmale haben, die mit einer Region verbunden sind. Unser Bild ist ein Blick in das glühende Reaktionsrohr, in dem die Messgase erzeugt werden.
LIMS
Ministerialdirektor Dr. Rittmann gab den Startschuss für das Laborinformations- und Managementsystem (LIMS) und betonte: „Es reicht nicht nur, gute Arbeit zu machen, nein, wir müssen darüber auch informieren können. Oder anders ausgedrückt: es reicht nicht, viele Daten zu produzieren, wir müssen sie auswerten und veröffentlichen können.“ Allein im CVUA Stuttgart fallen bei ca. 80.000 untersuchten Proben jährlich rund zwei Millionen Datensätze an. Mit der neuen Datenbank sind wir für die Herausforderungen von morgen gut gerüstet und können die Untersuchungsergebnisse transparent darstellen. Ein sehr großer Gewinn für die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Ämter ist es, dass sämtliche Untersuchungsergebnisse erfasst werden und die Information durch lesenden Zugriff gegenseitig gegeben ist.
Stellenstreichungen und kein Ende
Nach einem harten fünfjährigen Einsparprogamm hätte 2011 das erste Jahr sein sollen, in dem wieder einige Planstellen mit tüchtigen Mitarbeitern, die sich seit Jahren auf befristeten Stellen hervorragend bewährt haben, hätten besetzt werden sollen. Im Dezember 2010 entschied die Landesregierung, dass die technische Verwaltung erneut bluten muss und bereits zum 01.04.2011 war die erste Tranche für die Untersuchungsämter mit 4,5 Planstellen fällig. Ohne Aufgabenabbau lässt sich das bisherige Niveau der Aufgabenerledigung in der Güte und Breite nicht aufrechterhalten.
Das breite wissenschaftliche Engagement des gesamten Hauses lässt sich messen
- 37 Veröffentlichungen in nationalen und internationalen Fachzeitschriften
- 48 aktuelle Internetbeiträge
- 57 Vorträge im In- und Ausland
- 26 Mitarbeiter in 57 Arbeitsgruppen und Kommissionen
- 18 neu eingeführte Untersuchungsmethoden mit 59 neuen Parametern
- 1 Dissertation
Maria Roth
Ltd. Chemiedirektorin
Dr. Volker Renz
Veterinärdirektor
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© Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart